TEXTE


baustellenlärm


mit großen gesten abgespeist

mit feuerwerk und trockeneis

so stehen sie und applaudieren

dem leben das sie gar nicht führen

 

wer malt den teufel an die wand?

am partyschiff nach bambiland

sie schlagen sich die köpfe ein

dann rufen sie die polizei


es fängt grad mal eben an

so richtig aufzuhören

das ist dein abendmal

und es besteht aus baustellenlärm


sabati nestra alavit

katu verochnyl soladit

kaschoten remstaug balmknarst lirks

kononobasten silfing mirks


bittersüss


und ich küss dich bittersüss damit du weisst

da sind noch wunden aus der guten alten zeit

das sind die kerzen und (die tage) in berlin

das ist die sehnsucht und das warten hier in wien


komm her…komm her

ich hab dich sehr sehr sehr sehr… lieb


spür mich auf, sieh mich an, bring mich weg, hol mich raus

rühr mich an, greif mich an, fass mich an, misch mich auf

leg dich quer, leg dich hin, leg dich her, zieh dich aus

führ mich vor, und zurück, fühl dich frei, sprich dich aus


blindgängermuseum


das seh ich mir jetzt an,

wie du das alles isst

und wenn du nicht mehr kannst,

seh ich zu, wie du zerbrichst


ich bleib so lang hier stehen

ich bin so lang zu gast

ich mach es mir bequem

und warte, bis du platzt


und im blindgängermuseum geht was hoch


du machst mir doch nix vor

ich seh doch dass du bluffst

some dramaschool before

but nothing that is left


acquittance is admittance

is a pittence, end of quote

and a distance makes a diffrence

makes the good old shipwreck float


bluadiga hund


i woa gonz vaschoss’n

i woa gonz vatramt

donn hots mi valoss’n

und donn hob i gwant

i woa scho i so miad

mir woa olles scho wuascht

und donn hob i mi griad

und donn woas wieda guat


olles vageht

und olles is z’spät

moagn bist gsund

bluadiga hund


und wonn i leit net mog

donn kummts voa das i des sog

des woin d’leit net hean

oba i tuas trotzdem gean

i bin oft scho auf’d gosch’n gflog’n

und oft scho vadrosch’n woan

so monches woa gschiss’n

oba i mecht’s trotzdem net miss’n


olles vaschwind’t

und olles zerrinnt

donn rinnt’s wieder zamm

und donn wieder vanaund


de weinheimer-gstanzln

san sche wia a kranzl

aus dornen am schädel

so schneidig und edel

und die leit, die mi hoss’n

ghean olle daschossen

und i söm glei dazua

donn is endlich a rua



ois draht si ham

von gonz allan

olles vakummt

und olles vastummt


die ganze welt



die ganze welt liegt krank darnieder
und aus dem fieber (da) mach ich lieder.
die ganze welt liegt halb erschlagen
sie wird sich selbt im wald vergraben
die ganze welt liegt schief gewickelt
in einer krippe und verkrüppelt.


ich steh am pranger und machs mir bequem
liebling ich bin schwanger und weiss nicht von wem
mein rötgenbild zeigt einen schwarzen fleck
mein arzt sagt mir, der geht auch nicht mehr weg


die ganze welt liegt vor der haustür
nur irgendwas lässt mich nicht raus hier
die ganze welt liegt mir zu füssen
und meinen hochmuth werd ich büssen
die ganze welt liegt mir im magen
mehr kann ich jetzt dazu nicht sagen.

es geht si aus



du siagst kan woid vor lauta bam
dia is koid, du stehst allan
es geht si aus
du host an kopf, zwa hend und fiass
mit denenst über’d wöd spazierst
es geht si aus


i was, du gehst gern neb’n da spua
schaust eana beim vorbeifoan zua
es geht si aus
du legst da stana in dein‘ weg
und frogst, warum nix weidageht
es geht si aus


des wo jo kloa dass du zerbrichst
wonnst mit de trottlkinder fickst
es geht si aus
und weil ma augen hom und ohrn
geht kana von uns zwa verlor’n
es geht si aus


fahrstuhlmusik / mein herz…



der nächste, der kunst sagt, kriegt eine aufs maul


ich hab alles probiert aber nix ist so gut … wie erledigt!!!


und hans wagner und ich und wir schlagen zurück
mit schweren geschützten und mit fahrstuhlmusik
und fräulein opara und ich und wir schlagen zurück
oh, du hast es erraten: das ist fahrstuhlmusik


und ich will nicht, dass mein kind scheiße frisst
und ich will nicht, dass mein liebling scheiße frisst
und ich will nicht, dass mein mädchen scheiße frisst
und ich will um himmels willen nicht, dass du mich vergisst


mein herz schlägt mich innerlich tot!

hardcore



ich roll den stein den hang hinauf
ich werf ihn hoch und fang ihn auf
jetzt pack ich aus – ein hinterhalt
ich kratz mich raus aus dem aspahlt
ich schlag der zeit den schädel ein
willst du vielleicht mein mädel sein?


i fucked it up a thousand times before
this is hardcore


pourqoui il crève? j'(ne)ai pas compris!
c’est complique – de mal en pis
je (ne) te crois pas – elle hoche la tete
cheval de troie – c’est moche la bete
je ne serai bientôt plus là
ich bin schon sehr bald nicht mehr da.

hartes brot



hartes brot, alter mann, hartes brot
und keine zähne mehr im maul, hartes brot
hartes brot, du liebe zeit, hartes brot
und morgen alter mann bist du tot


mein gott, was hab ich dich geliebt!


wo bist du, liebes kind und wo bin ich
es geht nicht mit dir und es geht nicht ohne dich
wo bist du, liebes kind und wo bin ich
im durcheinander weiss ich nicht wo oben is


mein gott, ws hab ich dich geliebt!


erst zu ihm, dann zu uns und jetzt zu mir
scheu bin ich, wie ein verletztes tier
regen, regen, regen sehr viel regen
ich bin im unterschlupf und kann mich nicht bewegen


mein gott, was hab ich mich geliebt!

ich du er sie es



ich, du, er, sie, es, wir, ihr, sie
geh’n auf dünnem eis spazieren
warten bis es kracht
sagen gute nacht


eingespannt und ausgestiegen
heimatland und ausgewiesen
staaten-bürgerschaft
wir werden alle überwacht


etwas sitzt mir in den knochen
etwas hat sich tief verkrochen
alles copy paste
alles copy paste


etwas hat sich eingenistet
jemand hat den wein vergiftet
und dieser würgegriff
ist gut-bürgerlich


ein lebenslauf ganz ohne lücken
und zwischenräume überbrücken
alles ganz nach plan
du kannst dich nicht verfahr’n


ein wappentier aus speiseresten
schlägt um sich aus leibeskräften
noch ein letzter satz
es ist alles für die katz


only when the tide goes out
you discover
who’s been swimming naked


idiotenlied



beim idiotenlied
singen idioten mit
und es ist schön
wenn man es singt
und allen nicht-idioten
ist dieses lied verboten
wir sind die dummen kinder
und ihr seid nummernschilder

kein rundes lied



manchmal wünsch ich mir ich wär tischlermeister
dann wär ich für was gut und voller lebensgeister


das ist nicht die zukunft das sind hirngespinster
morgen wach ich auf und bin hungerkünstler


in fünfundzwanzig jahren sind wir schreibtischtäter
mit silbergrauen haaren und schlechte väter


das ist kein rundes lied weil es nichts rundes gibt

kronprinz



und der kronprinz der einfalt – hält heut audienz
und sie kommen in scharen – zum werbeevent
es gibt aufgewärmtes – so lieblos kredenz
man frisst ihm aus der hand


es geht immer um sex – er ist dekoration
die krone der schöpfung – der evolution
und wenn was nicht passt – er regelt das schon
nichts wirft ihn aus der bahn


und sein konto ist ständig überzogen
und er redet über den kapitalismus
er erzählt den kindern was von drogen
dabei sollen die das doch gar nicht wissen


und so lang ich nicht weiß – was die planken zerbricht
bin ich und bleib ich – ein schwankendes schiff
ich grüße und bitte, bedanke mich nicht
good night folks & good luck


nur er hat die weisheit – mit dem tichter gefressen
du wirst seine worte – nicht mehr vergessen
die distanz zwischen uns wird in lichtjahr’n gemessen
diskurspop – what the fuck?


lebensstil



ich bin ein selbstgerechtes schwein – und ich bin es gern
und immer blindlings mittenrein, keine tischmanieren
warum arbeitest du eigentlich so viel?
„damit ich mir meinen aufwendigen lebensstil leisten kann“


du bist von kopf bis fuß bemalt – alles aufgeschminkt
dafür wirst du auch bezahlt: für den augenblick
ich bin ein souveräner staat!
„damit ich mir meinen aufwendigen lebensstil leisten kann“


ich bin besessen von der zeit, wenn der tag zerbricht
ich hab’s vergessen, tut mir leid – nein, das tut es nicht
ich bin vom klärschlamm verschluckt!
„damit ich mir meinen aufwendigen lebensstil leisten kann“

lied für s.



du sitzt auf deinem thron und schaust
auf diesen schrottplatz dort hinaus
das durcheinander macht dir spaß

und immer höher schneller weiter
du gewinnst und ich bin zweiter
der rest der welt steht außen vor


und ist die welt auch umgeknickt
wir haben sie doch rund gefickt
und immer auf und immer zu


du willst auf kränen balancieren
mit deinen zähnen massakrieren
die ganze welt zu jedem preis


und große menschen, große namen
große bilder, große rahmen
großes maß und bloß kein ziel


und dein erstes wort war licht
und weil es nicht zu viel verspricht
steh ich am bahnsteig von kudal
und wart auf dich


ludwig II



und ludwig der zweite am starnberger see
und noch hände und füße und kaltes buffet
und vergessen, besessen und ich mittendrin
keine lust, keine zeit, keinen grund, keinen sinn.


was auch immer es ist – ich will es nicht hören
der herr ist beschäftigt, man darf ihn nicht stören
ich bin raus, ich bin weg, ich bin fort, unterwegs
mit ludwig dem zweiten am starnberger see


und haltlos und maßlos und barfuß und laut
zerbrochen, versoffen, die scherben verdaut
und schatten und nebel und schreie vom wald
wir sind nicht ertrunken, wir melden uns bald

machenschaften



und die ganzen machenschaften
die uns so zu schaffen machen
das sind doch nur die alten waffen
der hinterlassenschaften


nie mehr nie mehr nie mehr wieder
sing ich wieder liebeslieder
hier im gasthaus zum müden krieger
herrscht lokalverbot für überflieger


aus einem gedankenstrom
wird irgendwann ein karzinom
in jedem bilderbuch – ein widerspruch


in diesen wunderkisten
ammeln wir unterschriften
und wir lassen uns vergiften
damit wir nicht mehr suchen müssen


immer alles besser wissen
nd damit die welt vergiften
ich bin der schutzpatron der selbstverliebten
ich bin der schutzpatron der selbstverliebten


magenbitter



fliegenfischen
stiegenwischen
zebrastreifen
lepraleichen
hassverbrechen
wasserbecken
nebelschwaden
leberschaden.


von der alten künsterbande
blieb uns nichts als schimpf + schande
bodenloss
bevor mir jetzt der kragen platz
gibt es diesen gnadenakt
hier ist euer todestoss


die immergleichen
flimmerzeichen
zugedröhnte
brut verwöhnte
rabenmütter
magenbitter
ziegelsteine
schiefe reime


kinder schlagen
rindermagen.
schnitzel essen
witz vergessen.
weichen stellen
zeichen setzen
eigene ge-
sätze brechen

menschenfresser



und ich hab die lust am reimen verloren
und ich sitz da und seh dem wasser zu
und wart ab, bis der zorn verraucht


und ich komm nirgenswo her
und ich geh nirgenswo hin
und du verstehst einen scheiß


und jetzt sag nicht, dass du mich gar nicht verdienst
das macht es auch nicht besser, du menschenfresser
und nenn mich nicht bei jeder gelegenheit
einen weltverbesserer, du menschenfresser


und ich will alles gleichzeitig sofort
du liebe zeit, so wirst du doch nicht glücklich
vielen dank für den wohlgemeinten rat – und fick dich!


wenn du noch einmal dein wort brichst,
dann brech ich dir das herz
und ich bin ein sturzbach


du sagst, das ist unmöglich,
du sagst, das kann gar nicht sein
aber manchmal stirbt auch ein prinz
wie ein schwein


du bist die unnahbare schaufensterpuppe
wir sind die trojanische bauchtänzergruppe

mischkulanz



i tapezier mit dir meine wänd
i moch ma a kettn aus deine zend
i zerreib di in die fugn vom parkett
dir wir des blede lochn no vagehn


und i sing:
geht scho, gemma ans, zwa, drei
wia schauts aus, heats, sats dabei?
wos homma do fia mischkulanz
des is der neue discotanz


holler, zwetschgen, mostbirn, paradeiser
du bleda hund, heast, hau di übad heisa
wos du verzöst, des is fia mi nix neichs
und jetzt wirds dann wirkle zeit dass di scheichst


und i sing:
oisdonn pock ma’s, auf die plätz!
wos taraz es wanns mi net hätts?
wer mocht de mogre jausn fett?
wer zaht die musi ausm dreck?

nein, jetzt



nazigold und glückwunsch für die braut
und laich vom stör und salben für die haut
und zeit und geld so weit das auge schaut
verbaut vertraut und hoffnungslos versaut


und ich frag dich: früher oder später? nein, jetzt
und nicht warten und nicht schlafen, sondern jetzt
und nicht morgen, auch nicht gestern, sondern jetzt
und nicht früher und nicht später, sondern jetzt


marzipan und kuscheltier aus stein
und jesus christus wahrt den schönen schein
und ich frag dich, ob du mich willst und du sagst: nein
nur manchmal hast du dann plötzlich lust zu schreien
du feigling!

nicht wichtig



nicht so wichtig, ob es stimmt
solang es hin und wieder schwingt
die welt hat dir den kopf verdreht
lass dir nicht sagen, wie es geht


nicht so wichtig, ob es hält
solang die zwischenzeit gefällt
leg die paddel in das boot
gib es auf und lass es los


laß los…


es ist nicht so wichtig was ich sing
menschen, häuser, plastilin
und ob es sich dann wirklich reimt
das gegenteil von gut gemeint

nichts



ich bin es schrecklich leid die ganze welt zu hassen
ich bin genauso blöd wie ihr
und meine angst was zu verpassen
sorgt dafür, dass ich mich nur um so mehr verlier


und ich: ich fühle nichts


die sind im hier und jetzt und wir sind irgendwo dazwischen
da fehlt mir noch ein satz und der reimt sich dann auf „glaubt“
„nobody expects the spanish inquisition“
das blödste ist immer, woran man grad so glaubt


und ich: ich glaub an nichts … ich glaub dir nicht


willst du um jeden preis das totale besäufnis?
willst du die ganze welt und die ganze zeit für dich?
willst du um jeden preis ins globale verzeichnis?
willst du frau und kind – was willst du eigentlich?


und ich: ich weiß es nicht

nörgler, krittler, feiger hund



nörgler, krittler, feiger hund
störenfried und reibungspunkt
kleiner schädel, grosses maul (so unermüdlich dienstbeflissen)
einfallspinsel, oberschlau (wie überflüssig hingeschissen.)


du mit deinem wilden hecheln
kostest mich ein mildes lächeln
die blüten deiner hohlen phrasen
sind bestenfalls für blumenvasen


das ist alles nur tarnung, hab ich recht?
du hast gar keine ahnung, hab ich recht?
und dein zynisches grinsen
ist ein hündisches winseln
du machst mir doch nichts vor!


dein wissen aus der ersten hand,
das sammelst du im erdbeerland
und bildest sätze unentwegt
aus worten die du nicht verstehst


gesalbt, gekrönt und auserkoren
ein leben lang auf tauchstation
dort sitzt du auf dem blinden fleck
und ziehst die anderen in den dreck

popsong



mit diesem lied koch ich steine weich
mein mädchen macht die beine breit


das ist ein popsong! ein song, bei dem man poppt!
das ist ein popsong! ein lied, zu dem man fickt!


die coolen kids tun mir schrecklich leid
haben nix als ihre ausdruckslosigkeit
aber jetzt pass mal gut auf
ich hab da was für euch:


das ist ein popsong


wenn du tot sein willst, kindchen, dann bring dich um
sei konsequent – und sing nicht rum


das ist ein popsong! schmeiß dich vor die bahn!
das ist ein popsong! lass dich überfahren!
das ist ein popsong! spring in den kanal!
das ist ein popsong! ist doch alles egal!


das darf ich alles gar nicht singen
das ist politisch nicht korrekt
schwule nazis schwarze juden
ist mir doch scheißegal, ob du das checkst

romy schneider



so wie ein schlag ins gesicht
so wie ein muttertagsgedicht
so wie das kratzen an der tür


so wie dein name an der wand
mit deinem blut von deiner hand
die alles liebevoll verziert


so wie verraten und verkauft
nur kurz geöffnet – nie gebraucht
heimlich, still und leis krepiert


was nützt der weltraum ohne romy schneider?

rouge rouge rouge



schon wieder besoffen und nüchtern wie brot
ins schwarze getroffen, verblutet und tot
und maßlos bescheiden und widerlich schön
ich kann mich verkleiden, ich will mich nicht mehr sehen
(ich kann dich nicht leiden, ich will dich nicht mehr sehen)


rouge, rouge, rouge …


in herbstlichen farben, die blätter sind welk
ich zeig meine narben, es ächzt im gebälk

taubenschacht



sauf dich halbtot oder ganztot sauf dich frei.
erst ein halbton, dann ein ganzton und dann gleich drei
gib dem kaiser, was des kaisers und gott was gott
ich bin lustig, mach den schlusstrich, am schafott


und ich frag:
ist die kalt, alter freund? komm rüber, ich wärm dich
bloss lass dich nicht gehen, nicht ganz so erbärmlich!
und ich frag: ist die kalt, altes haus – wart ab, ich heiz dir ein
und ich geh durch den sturm, in der kältesten nacht nur um bei dir zu sein.


cest jolie ca, cest bon prix ca – c’nest pas vrait
wendeltreppen, fremde betten – separet
larifari, stradivari – intendant
gott getroffen, stockbesoffen – intressant


ja so sind die menschen, sie sind unterschiedlich
manche zart und andere unverwüstlich.
was ich dich glauben mach, hab ich mir ausgedacht
und ich bin gottes sohn – hier im taubenschacht

treibgut



ich geb alles aber du gibts nicht viel her
letztes hemd, mein stolz da: bitte sehr!
ob ihr wirklich richtig steht, das seht ihr dann hinterher


ich grab mich durch die asche, finde glut
das alles nährt den hass, die bilde wut!


und ich hab lange nicht gewusst, das den andern auf den magen schlägt
wenn man so unbedacht, so rücksichtslos, so drei zwo eins zu sagen pflegt
wird auch zeit, dass es mir endlich an den kragen geht


ich geh die zanze zeit den wiesenstrich entlang
das reimen ist ein wiederlicher zwang


kid, kid, kiddy kid, kid, kid, kiddy kid’s gone…


ich korrigiere mein treibgut, bis es passt
und ich steh auf der leitung, bis sie platzt

und morgen bin ich tot



und morgen bin ich tot
ich werd die sonne nie mehr sehen
weil es nichts zu sehen mehr gibt


eine wunderbare zeit
an einem wunderschönen ort
aber das ist jetzt vorbei


was mach ich mit der zeit
die mir noch bleibt?


du quälst dich mühsam durch den raum
und zerreibst dich an der zeit
irgendwann ist es vorbei


ich war mein leben lang ein kind
mein leben lang ein kind
und morgen bin ich tot

seerosenteich



die grafitti sind längst von den wänden verschwunden
und mir waren letztendlich die hände gebunden.
ich hab alles und jeden zum frühstück gegegessen:
die traurigen clowns und die glückliche eltern


das fleisch und die knochen hab ich leider erbrochen
das hat man dann an meinen kleidern gerochen
dann hab ich mich mit allen wassern gewaschen
von sarodrano bis zum alberner hafen


die welt ist ein seerosenteich.
lebendig und leblos zugleich
es ist auch nicht immer so schön
ganz über den dingen zu stehen


ich bin auf und davon ließ mich liegen und stehen
und dann irgendwann hab ich mich wieder gesehen
ich war seltsam verändert, hätt‘ mich fast nicht erkannt
ist das gut? ist das schlecht? ist das uninteressant?


was du glaubst was du bist und in zukunft gewesen
hast du alles irgendwann mal in büchern gelesen
vielleicht hast du es auf diesem album gehört
als du es rückwärts gespielt hast – alles verkehrt.

staub



i hob die wöd von unten gseg’n
i sogs eich es woa wunderschen
i trog des göd zum ufa hin
und schau eam zua beim untageh’n


i mogs net wonn di musi spüt
des is ma olles zu bemüht
du mochst des wei dia is hoit fad
heast hoit die pappn und sei stad


die wöd is ned des, wos du glaubst
sie liegt vaborg’n unta gonz vü staub
du gehst drin unta, du wirst vaschluckt
und ganz langsam – wirst varuckt


a bier, a tschik, a feiazeig
groß redn – oba leida feig
wei wonns amoi donn wirklich tuscht
bist du da erste, der brav kuscht


erst kummst und schleimst di ein bei mir
dann brunzst ma voa die eingongstia
und hinterm ruckn redst du bled
i sogs grodaus: i mog di net


stimmt



und es stimm dass es stimmt
dass mit mir was nicht stimmt
ich bin anders als du
ich gehör nicht dazu
und kein stock und kein stein
und kein rock und kein bein
keine hand die dich fasst
und dir sagt, was nicht passt


mit dem kopf durch die wand
und das bei vollem verstand
ich hab menschen verschreckt
war ich wohl sehr direkt
das tut mir gar nicht leid
bleibt doch dort, wo ihr seid
und ich bleib so für mich
schreib ein schönes gedicht


ich bin untergetaucht
hab ein jahrhundert gebraucht
bis ich rauskam und dann
war das haus ganz entflammt
und mein herz und mein hirn
sind im erzbergwerk drin
alles bleibt da und stirbt
weil kein mensch es verdirbt

wartezeit



keine luft, keine sicht, kleingedruckt, ein gedicht
keine hand, keine haut, kein gewand und kein laut
keine post, kein verkehr, leichte kost, umso mehr


das ist gar kein leben, das ist eine wartezeit
kein bogen im regen, sondern ein fadenkreuz
ich bin nicht verlegen, aber ich hasse euch
ich sing nicht für jeden, es geht um wahrhaftigkeit


ich tu, was ich kann und das ist nicht immer richtig
aber es ist mir egal: ich hab keine angst

was du nicht alles sagst



was du nicht alles sagst!
was du nicht alles sagst!
was du nicht alles sagst!



ich kann mir hier kein haus nicht baun
wer weiss wohin’s mich noch verschlägt
die weltherrschaft als pausenclown
am kreuzfahrtschiff auf hoher see


und nie mehr in die ferne schweifen,
wo doch das glück so nahe liegt
was soll ich nach den sternen greifen
biedermeier! tagedieb!


ich hab mir oft den kopf zerbrochen
immer wieder, immer fort
und nüchtern fühl ich mich besoffen
kinderlieder, kinderhort


was du nicht alles sagst!
was du nicht alles sagst!
was du nicht alles sagst!


wien brennt



ich hab alle zeit der welt
aber keine geduld!
wien brennt


alles walzer, der kongress tanzt


und es ist, wie es ist und es bleibt wie es war
na dann ist ja alles nochmal wunderbar
die tage sind finster, die nächte sind hell
du glaubst an gespenster, ich glaub an mich selbst

zwischen tür und angel



und ich steh zwischen tür und angel
der türstock nimmt mich in die mangel
ich bring nicht mich, ich bring die welt um
in diesem licht kommt’s nicht zur geltung
ich fress mich fett und kotz mich mager
und sing den super-depri-schlager
ich bin zum spass mal eben traurig
und wenns nicht klappt mit reden sauf ich


oh boy, oh boy, oh boy!


all die geschichten sind erlogen
ich mach um mich den grossen bogen
was jetzt noch stimmt, das weiss ich selbst nicht
aber das wissen drum – vergess ich.
dass es mich gibt hab ich bewiesen
das kann man mir nicht mehr vermiesen
aber das herz und auch die richtung
sind nicht wahrheit sondern dichtung